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01Leben

Mode mit Altlasten: Was bleibt nach fünf Jahren?

Die Garderobe ist voll, doch das Gefühl der Nachhaltigkeit bleibt auf der Strecke. Was geschieht mit der Mode, die wir fünf Jahre lang ignoriert haben?

Die Mode der letzten Jahre war oft ein Tanz auf dem Vulkan, der mit dem ständigen Kauf neuer Teile und der schnellen Abstoßung alter Klamotten einherging.

Ich behaupte, dass ich nicht die Einzige bin, die regelmäßig in ihrem Kleiderschrank nach verlorenen Schätzen sucht, nur um festzustellen, dass ein Großteil der Kleidung fünf Jahre und mehr unberührt geblieben ist. Die Frage ist: Was tun wir mit diesen Altlasten?

Zunächst einmal zeigt sich in der Modeindustrie ein klarer Trend zur Unvernunft. Ich denke, dass es nicht nur der Wunsch nach Neuem ist, der uns dazu bringt, regelmäßig Platz für die neuesten Trends zu schaffen. Vielmehr ist es die Illusion, dass wir durch das ständige Aktualisieren unserer Garderobe auch tatsächlich einen Teil von uns selbst erneuern können. Die Realität sieht jedoch anders aus. Die meisten der nicht getragenen Kleidungsstücke sind oft nicht nur unpraktisch, sondern auch schlichtweg untragbar – sei es die unvorteilhafte Passform oder der Farbton, der sich als Fehlgriff herausgestellt hat.

Ein weiterer Aspekt ist die Frage der Nachhaltigkeit. Wenn ich an all die Kleider denke, die in den Tiefen meines Schranks verstauben, wird mir bewusst, dass diese Modeauswüchse nicht nur einen finanziellen Kostenfaktor darstellen, sondern auch einen ökologischen. Die Herstellung und der Transport dieser Kleidungsstücke haben Ressourcen verschlungen, die nun als vergeblich erscheinen. Wir stehen inmitten einer Klimakrise und trotzdem kaufen wir unentwegt neue Teile, während wir die alten einfach verdrängen. Ein kurzer Blick auf die eigene Garderobe könnte hier nicht nur ein Aha-Erlebnis, sondern auch der erste Schritt zu einem bewussteren Konsumverhalten sein.

Natürlich könnte man einwenden, dass es durchaus verständlich ist, Kleidung zu kaufen, die man nicht direkt trägt, sei es aus Sentimentalität oder dem Glauben, dass der Trend irgendwann zurückkommt. Wer kennt sie nicht, die „Das kommt wieder“-Klamotten? Das Argument ist jedoch oft ein Trugschluss. In der Mode sind wir leider nicht die Wahren, sondern einfach nur Gefangene des Zeitgeistes. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Outfit, das vor fünf Jahren trendy war, wieder in, ist gering. Stattdessen sollten wir uns fragen, ob wir nicht viel mehr Freude an dem hätten, was wir wirklich tragen können, und das in einem bewussteren Kontext.

Um den Kreislauf der Altlasten zu durchbrechen, könnte ein Blick in Second-Hand-Läden oder ein Tausch mit Freunden eine erfrischende Abwechslung sein. Alte Schätze könnten wieder neue leben, und das auf eine Art und Weise, die nicht nur umweltfreundlich ist, sondern auch bereichernd. Wenn ich darüber nachdenke, was ich vor fünf Jahren gekauft habe, fühle ich mich oft wie der Wächter einer vergessenen Zeit. Vielleicht ist es an der Zeit, diesen Wachtposten abzutreten und Platz für etwas Neues, wirklich Wünschenswertes zu schaffen.

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